2meterschmerz Leben mit Schmerzen
Gute Tage, schlechte Tage – Kraft einteilen
Warum ein guter Tag kein Beweis für Gesundheit ist und wie ich mit meiner Energie haushalte.
Ein begrenztes Budget
Mit chronischen Schmerzen lebt man mit einem begrenzten Kraftbudget. Jede Tätigkeit kostet etwas: duschen, einkaufen, ein Gespräch, eine Autofahrt. Wie viel insgesamt zur Verfügung steht, ist jeden Tag anders – und lässt sich morgens nicht immer vorhersagen.
Die Falle des guten Tages
An guten Tagen ist die Versuchung groß, alles nachzuholen, was liegen geblieben ist. Das Ergebnis kennen viele Betroffene: Auf den guten Tag folgen mehrere schlechte. Fachleute nennen das Phänomen manchmal „Boom and Bust“ – Überlastung und Zusammenbruch im Wechsel.
Für Außenstehende ist das schwer nachvollziehbar. Wer gestern noch einen Ausflug gemacht hat, kann doch heute nicht im Bett liegen müssen? Doch, genau so funktioniert es oft.
Was mir hilft
- Planen mit Puffer. Wichtige Termine bekommen vorher und nachher Luft.
- Pausen, bevor ich sie brauche. Wer erst stoppt, wenn nichts mehr geht, braucht länger, um sich zu erholen.
- Prioritäten setzen. Nicht alles ist gleich wichtig. Manches darf liegen bleiben.
- Hilfe annehmen. Das fällt nicht immer leicht, spart aber Kraft für die Dinge, die mir wichtig sind.
- Ehrlich sein – zu mir und zu anderen, wenn ein Plan nicht aufgeht.
Was das für Auftritte bedeutet
Auch meine Vorträge plane ich auf diese Weise. Mit etwas Vorlauf, klaren Absprachen und passenden Rahmenbedingungen kann ich mich ganz auf das Publikum konzentrieren. Deshalb frage ich Veranstalter nach Ablauf, Wegen und Sitzmöglichkeiten. Das ist keine Kompliziertheit, sondern Professionalität im Umgang mit meiner Situation.